melita.io baut erstes deutschlandweites IoT-Netz auf LoRaWAN-Basis – „Das deutsche Glasfaser-Desaster darf sich nicht wiederholen“

Artikel

  • Start-up melita.io treibt Ausbau des ersten nationalen LoRa-Netzes voran
  • Ziel: Konnektivität für das Internet der Dinge
  • Gründer besitzen langjährige Erfahrungen in der Telekommunikationsbranche  

Meistens unentdeckt und dennoch allgegenwärtig: Ohne Sensoren funktioniert in der Wirtschaft, aber auch in unserem alltäglichen Leben fast nichts mehr. Als „Sinnesorgane“ messen sie hochpräzise Temperaturen, Bewegungen, Verschleiß oder Luftqualität. Sie sind die Schlüsseltechnologie für die vernetzte Welt und das Internet of Things (IoT) und verbessern die Effizienz von Produktion und Prozessen. So kann beispielsweise in der Landwirtschaft dank der durch Sensoren gewonnenen Daten der Wasserverbrauch um bis zu 30 Prozent reduziert werden1 oder im Einzelhandel die Anzahl von Personen und deren Laufwege in Echtzeit getrackt werden2. 2025 werden voraussichtlich 24,6 Milliarden Geräteweltweit vernetzt sein3 und die Anzahl nimmt weiter zu. Für die Verarbeitung der erfassten Daten braucht es nicht nur immer mehr Rechenzentrumspower, sondern vor allem stabile und sichere Funknetze zur Übertragung. Mit Hilfe des Investors EQT realisiert melita.io das erste nationale IoT-Netzwerk auf Basis von LoRaWAN- (kurz für Long Range Wide Area Network) und Mobilfunk-Technologie wie NB-IoT (NarrowBand-IoT) in Deutschland.

Statt Insellösungen: Erstes deutschlandweites IoT-Netzwerk

Während es in anderen Ländern wie Frankreich4 oder den Niederlanden5 bereits nationalweite LoRa-Netzwerke gibt, sind in Deutschland bisher nur Insellösungen verfügbar. Einzelne Städte, Kommunen und Unternehmen betreiben zwar Netze, diese können jedoch meistens nur lokal genutzt werden und sind untereinander nicht kompatibel. Ein LKW mit Tracking-Sensoren auf dem Weg von Tschechien nach Frankreich fährt so zum Beispiel in Deutschland in ein „schwarzes Loch“. Die eigentlich unbegrenzten Möglichkeiten der Zukunftstechnologie werden so massiv beschränkt. Diesen Missstand will das Start-up melita.io mit Sitz in Berlin und Hamburg beheben. Es hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren ein deutschlandweites LoRa-Netzwerk zu realisieren, das für alle Unternehmen unabhängig vom Hersteller der Sensorik zugänglich ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die Daten verbleiben dabei komplett und sicher bei den Kunden.

Tobias Stiepakv
Tobias Stiepak, CEO at melita.io

Investor EQT und Gründer stehen für die Digitalisierung in Deutschland ein

Im April 2020 gründeten mit Tobias Stiepak (CEO), Dr. Herbert Leifker (CCO), beide ehemals Unitymedia, und Harald Rösch (Executive Chairman) drei Manager mit langjähriger Branchenerfahrung melita.io. „Genauso rasant wie sich das Internet of Things weiterentwickelt, nehmen auch die Einsatzmöglichkeiten von Sensoren zu. Die Funkstandards LoRaWAN und NB-IoT gehören zu den vielversprechendsten Technologien zur Datenübertragung im Internet der Dinge. Wir sehen hier riesiges Wachstumspotenzial und planen deshalb die Umsetzung eines deutschlandweiten IoT-Netzes auf LoRa-Basis. Dabei helfen uns nicht nur ein schlagkräftiges Team und smarte Produkte, wir freuen uns auch mit der Melita Group und EQT starke Partner gefunden zu haben“, sagt Harald Rösch, Executive Chairman von melita.io.

„Den Glasfaserausbau haben wir schon verpennt, bei der IoT-Vernetzung machen wir es besser“

Tobias Stiepak ergänzt: „Wir Gründer teilen nicht nur die Sicht auf den Markt und entsprechende Potenziale, sondern auch die Überzeugung, dass es smarte Lösungen braucht, um die Digitalisierung am Wirtschaftsstandort Deutschland weiter voranzutreiben. Den Glasfaserausbau haben wir hierzulande schon verpennt, nun liegen wir – wie auch bei der Digitalisierung insgesamt – im europaweiten Vergleich weit zurück. Das ist für die deutsche Industrie fatal und darf sich beim Ausbau der IoT-Infrastruktur nicht wiederholen. Deshalb geben wir jetzt richtig Vollgas.“

Weltweiter Verband LoRa Alliance begrüßt Neugründung

In der Branche wird die Neugründung mit Spannung verfolgt. Donna Moore, CEO und Chairwoman der LoRa Alliance, stellt fest: „Es ist spannend zu sehen, dass melita.io in ein LoRaWAN Netzwerk in Deutschland investiert. Die Anerkennung der Vorteile von LoRaWAN und das Verständnis für den Wert eines ausgebauten öffentlichen Netzwerks tragen zur Beschleunigung des Einsatzes bei. Wir freuen uns auf die Unterstützung sowie die Beiträge von melita.io zu unseren Arbeitsgruppen und der deutschen Task Force, nachdem ihr neues Netzwerk online ist.“

Unendliche Möglichkeiten im LoRa-Netz

LoRa-Netzwerke punkten mit ihrer hohen Reichweite. So kann ein einzelnes Gateway oder eine Basisstation ganze Städte und mehrere hundert Quadratkilometer abdecken. Zudem überzeugen die Energieeffizienz und einfache Handhabung. Die Installation eines LoRa-Netzwerkes ist dabei um ein Vielfaches kostengünstiger als vergleichbare Mobilfunk-Technologien für das IoT. Das ist nicht nur für Unternehmen attraktiv, sondern auch für öffentliche Einrichtungen, Kommunen und Städte. So werden zum Beispiel im Rahmen der Smart City Initiative in der Gemeinde Wüstenrot derzeit öffentliche Gebäude mit Stromzählern ausgestattet, deren Daten – dank der Infrastruktur von melita.io – zukünftig zentral ausgelesen und verarbeitet werden. Ähnliche Projekte werden überall in Deutschland umgesetzt. Zahlreiche weitere Kunden, unter anderem aus den Bereichen Financial Services, Gaming und ICT vertrauen bereits auf die zukunftssicheren Lösungen des Start-ups. Dank des flächendeckenden Zugangs zu verschiedenen Providern garantiert melita.io eine optimale Netzabdeckung in allen europäischen sowie hundert weiteren Ländern inklusive der Schweiz.

Quellen

1: https://futureiot.tech/iot-for-agriculture-to-reduce-water-consumption-in-smart-farms-by-30/

2: https://www.tagesspiegel.de/berlin/corona-regeln-erfuellen-und-ladendiebstahl-verhindern-wie-kuenstliche-intelligenz-dem-handel-in-der-krise-helfen-soll/25817158.html

3: Ericsson Mobility Report, Juni 2020: IoT connections outlook, slide 23

4: https://safesmart.city/en/orange-lorawan-network/?doing_wp_cron=1604940535.97307801246643066406255  

5: https://www.i-scoop.eu/the-netherlands-is-the-first-country-to-have-nationwide-lora-iot-network-coverage/

Kurzporträts: Wer sind die drei Gründer

  • Tobias Stiepak, CEO besitzt fast 20 Jahre Erfahrung als leitender Manager in der Telekommunikationsbranche. Nach Stationen bei der 1&1 Internet AG und Kabel BW, war er fast acht Jahre als Vice President Wholesale Services B2B für Unitymedia tätig. In dieser Zeit verantwortete er unter anderem den europaweiten Aufbau des Wholesale-Geschäfts und die Entwicklung von IoT-Lösungen für Geschäftskunden für die Konzernmutter Liberty Global
  • Dr. Herbert Leifker, CCO arbeitet seit fast 30 Jahren als Manager in der Telekommunikationsbranche. Zunächst leitete er die Geschäfte von Tele Columbus, von 2005 bis 2018 dann von Unitymedia
  • Harald Rösch, Executive Chairman ist seit April 2016 CEO der melita Group. Zuvor war er in der gleichen Position bei Blizoo, dem größten Kabelbetreiber in Bulgarien, sowie Kabel Baden-Württemberg tätig. Er verantwortete zudem die Geschäfte des deutschen Breitbandbetreibers HanseNet (Alice) und war Leiter der Internet-Abteilung von Telecom Italia.

Über die melita Group und EQT

Melita.io ist ein Mitglied der melita Group, die sich der Bereitstellung einfacher und transparenter M2M- und IoT-Konnektivitätslösungen für Unternehmenskunden in ganz Europa widmet. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Telekommunikation kombiniert die melita Group das leistungsfähigste Internet-Netzwerk in Europa mit dem fortschrittlichsten Mobilfunknetz, um IoT-Fähigkeiten zu ermöglichen. Melita.io ist ein Infrastrukturunternehmen von EQT, das seit mehr als 25 Jahren Investitionen in Telekommunikationsunternehmen tätigt und ein Investitionsvermögen von 40 Milliarden Euro verwaltet – mit einem jährlichen Umsatz von 21 Mrd. Euro.

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